NZAJ digital

Partners

Margaret McMahon, The New Zealand Alpine Club, Christchurch (NZ)
Keith Gilby, The New Zealand Alpine Club, Christchurch (NZ)
Kester Brown, The New Zealand Alpine Club, Christchurch (NZ)
Günter Mühlberger, Abteilung für Digitalisierung & Elektronische Archivierung (DEA), Institut für Germanistik Innsbruck
Gerald Hiebl, Universität Innsbruck, Arbeitsbereich Vermessung und Geoinformation
Laurent Vanni, Université de Nice Sophia-Antipolis, Nizza

Das im Titel genannte New Zealand Alpine Journal (NZAJ, Jahrgänge 1892 - 2000) wird im vorliegenden Projekt digitalisiert und mit linguistischer Annotation versehen. Das bedeutet, dass der Text mit Informationen wie z.B. Wortarten, grammatikalische Klassen u.ä. angereichert wird. Das entstehende elektronische Korpus wird der Forschungsgemeinschaft frei zur Verfügung gestellt. Das NZAJ ist aufgrund seiner inhaltlichen Homogenität und des langen Zeitraums über den es erscheint eine einzigartige Textquelle: Wie Österreich nimmt Neuseeland in der Entwicklung des Alpinismus eine wichtige Rolle ein. Die ersten Jahrzehnte der Zeitschrift reflektieren die beginnende Erschließung der Southern Alps und das beginnende Interesse für das Bergsteigen. Im 20. Jahrhundert findet eine Ausweitung der Themen auf die Berge der Welt statt, bei deren Erschließung Neuseeland mit der Erstbesteigung des Mt. Everest durch Sir Edmund Hillary ebenfalls eine wichtige Rolle einnahm.

Das entstehende Korpus ist als ein Spiegelprojekt von Alpenwort – Korpus des österreichischen und deutschen Alpenvereins zu verstehen. Durch die Erweiterung des österreichischen Korpus um das englischsprachige Korpus des NZAJ werden sprachvergleichende linguistische Forschungen in unterschiedlichen Themenfeldern möglich. Es kann zum Beispiel gefragt werden, wie sich die Rhetorik des Alpinismus im deutschsprachigen Raum im Vergleich zu Neuseeland entwickelt hat. Dies lässt sich durch die Beobachtung wiederkehrender Muster des Sprachgebrauchs beantworten, indem man beispielsweise den Gebrauch von Personalpronomina, Intensivierern oder Argumentationsmuster systematisch untersucht. Auch in der Onomastik bietet das Projekt vergleichende Möglichkeiten, wie z.B. jüngere Namen im Kontext des Alpinismus zu untersuchen. Interessant sind hier die Namen alpiner Strukturen wie Wände, Pfeiler usw. Dadurch werden neue Einsichten in Benennungsmotive erwartet. Nicht zuletzt bietet das Projekt auch einen methodischen Nutzen für die Korpuslinguistik, da z.B. Namendatenbanken beitragen können, automatische Annotation und Named Entity Recognition (NER) zu verbessern.