Die Werbung um Étaín. Tochmarc Étaíne. Eine altirische Sage. Restaurierter altirischer Text, mit Einleitung, Übrtsetzung, Kommentar und Glossar herausgegeben von Wolfgang Meid

TitleDie Werbung um Étaín. Tochmarc Étaíne. Eine altirische Sage. Restaurierter altirischer Text, mit Einleitung, Übrtsetzung, Kommentar und Glossar herausgegeben von Wolfgang Meid
Publication TypeBook
Year of Publication2020
AuthorsMeid, W.
Series TitleInnsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft
Tertiary TitleInnsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft
Number of Pages256
ISBN Number978-3-85124-248-5
AbstractTochmarc Étaíne ist eine der Haupterzählungen des mythologischen Sagenkreises, der es mit dem Geschlecht der vorzeitlichen Götter Irlands zu tun hat, die, von den folgenden menschlichen Generationen verdrängt, dem Glauben nach im Untergrund weiterlebten, aber weiterhin imstande waren, das Leben der Menschen und deren Angelegenheiten zu beeinflussen. Sie wurden unterirdisch als in Hügeln wohnhaft gedacht und auch danach als áes síde „Leute von den Hügeln“ bezeichnet. Die zentrale Figur der Sage Tochmarc Étaíne ist der in der Mitte Irlands, Mide genannt, residierende Midir, an einer Stelle als rí síde nÉrenn „Elfenkönig von Irland“ bezeichnet, dem es gelang, das schönste Menschenkind, Étaín, zur Gattin zu gewinnen, sie aber infolge Zauberei verlor und sie erst nach ihrer erfolgten Wiedergeburt und Wiedervermählung von ihrem neuen Gatten zurückzugewinnen vermochte, für den, von Midir zweimal ausgetrickst, ihr Verlust zu einer seelichen Katastrophe führte. Abgesehen von der Schilderung der wechselhaften, oft durch List und Täuschung charakterisierten Vorkommnisse ist die Sage ein indirektes Zeugnis für den den Kelten zugeschriebenen Glauben an Gestaltenwandel und Wiedergeburt, denn Étaín setzt sich äußerlich quasi unverändert in mehreren Erscheinungsformen ihrer selbst fort. Man kann Étaín, die sich teils in der Menschenwelt, teils in der der Götter bewegt, als Reflex einer mythischen Figur – der Göttin des Landes, mit der sich ein König symbolisch vereinigen muß – zu verstehen suchen, doch scheint dieses Motiv im Narrativ nur noch unterschwellig durch.
German