Artemis mit der goldenen Spindel

TitleArtemis mit der goldenen Spindel
Publication TypeBook
Year of Publication2016
AuthorsJanda, Michael
Tertiary TitleInnsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft, Neue Folge
Volume12
Number of Pages176 S
PublisherInstitut für Sprachen und Literaturen der Universität Innsbruck, Bereich Sprachwissenschaft
CityInnsbruck
ISBN Number978-3-85124-239-3
KeywordsInnsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft
Abstract

Artemis hieß ursprünglich Artimis, wie noch im Mykenischen und den kleinasiatischen Dialekten. Artimis bezeichnen die Göttin, „die die Kettfäden befestigt“.Das Namenvorderglied kehrt in homerischen Komposita wie ἀτι-επής „Worte fügend“ wieder. Es handelt sich ursprünglich um ein ti-Abstraktum zur Wurzel von ἀασ „fügen“. Das Namenhinterglied -μιτ- ist eng mit μτος „Kettfaden“ verwandt. Es hat in altind. (ved.) mít- „(befestigter) Pfosten“ eine formale Entsprechung. Es ist ein Wurzelnomen zu idg. *mei- „befestigen“ und bezeichnete im Griechischen die am Querbaum des Webstuhls befestigten und mit Gewichten straff gehaltenen Kettfäden. Der Name Artemis wurde später volksetymologisch umgedeutet, seine Beziehung zu der traditionellen Tätigkeit der Frauen – Spinnen und Weben – ist aber evident. Aufgrund weiterer Eigenschaften erweist sie sich auch als Herrin der Tiere sowie als eine Nachfahrin der Morgenröte.

German